Anwendungen

Im Folgenden beschreiben wir zwei typische Arbeitsbeispiele von Perometern. Das erste betrifft die Anmessung von medizinischen Strümpfen im Rahmen der Kompressionstherapie, die in Deutschland bereits in erheblichem Umfang mit Hilfe von Perometern vorgenommen wird.


Von der zu versorgenden Extremität wird zunächst ein Bild ihrer Konturen angefertigt. Dabei werden innerhalb von wenigen Sekunden ca. 170 Durchmesserpaare aufgenommen und wie ein Foto auf dem Bildschirm dargestellt. Dies ist sofort nach der Messung oder zu einem beliebigen Zeitpunkt später möglich (siehe Bild 1).

Die Markierungen entsprechen den in der Kompressionstherapie definierten Normmaßen und können durch die Maus beliebig verschoben werden. Der jeweils aktuelle Umfang an den Markierungen sowie das dazugehörige Längenmaß werden interaktiv angezeigt. Selbstverständlich bestimmt das Messsystem selbständig die Richtung der Beinachse an jeder Messstelle und bestimmt die Umfangslinie, wie für die Strumpfmessung erforderlich, jeweils senkrecht zu dieser Beinachse. Eine wohl durchdachte Auswertungssoftware erlaubt die Ermittlung des richtigen Strumpfes sowie die Bestellung beim Hersteller, falls ein Maßstrumpf erforderlich ist.


Bild 1: Konturenfoto eines Beines

Benötigt man eine quantitative Beurteilung eines Ödems, z.B. bezüglich seiner Lage auf der Extremität oder seiner zeitlichen Entwicklung, so ist das mit der zweiten, im Folgenden beschriebenen Perometeroption möglich.

Bild 2: Umfangsprofile eines Beines, ermittelt aus zwei Konturenfotos (oben) und Differenz der beiden Umfangsprofile (unten)

Man denkt sich dafür die Extremität aus einzelnen, senkrecht stehenden, schmalen Scheiben zusammengesetzt und trägt den Umfang dieser Scheiben gegen den Ort auf. Es entsteht dadurch das „Umfangsprofil“ der Extremität. Es ist im Bild 2 für zwei Messungen eines rechten Beines dargestellt. Sie wurden im Abstand einer Woche gewonnen und stellen den Zustand 1 Woche und 2 Wochen nach der Operation eines Achillessehnenabrisses rechts dar. Beide Profile sind fast identisch. Deutlich ist die schmalste Stelle an der Fessel, gekennzeichnet durch einen sehr kleinen Umfang bei ca. 17 cm Beinlänge, die Wade mit einem lokalen Umfangsmaximum bei ca. 40 cm Beinlänge, der Patellabereich und Oberschenkel zu beobachten.

Das Bild 2 zeigt unten die Änderung des Umfangsprofils zwischen den zwei Aufnahmen des Patientenbeines. Das Bein hat sich im Verlauf der 2. Woche nach der Operation deutlich, besonders im Bereich der Wade bis zu 2 cm im Umfang verringert; der Oberschenkel ist unverändert geblieben.

Auch die Wirkung einer manuellen Lymphdrainage an einem Patienten läßt sich mit dem Perometer beobachten. Zur Dokumentation werden von beiden Beinen vor und nach der Behandlung je ein maßstabexaktes Bild aufgenommen. Zusätzlich zu den hier gezeigten Optionen kann man mit dem Perometer auch eine Volumen-Zeit-Darstellung beliebiger Extremitätenabschnitte erstellen. Aus den Kurven entnimmt man den Erfolg der Therapie und kann ermitteln, ob und wann eine Behandlung stagniert.